In einem Video des Formats „163 Grad“ blickt Moderator Oliver Kröger auf drei Jahre Alltagserfahrung mit einer Renault Zoe R135 Z.E. zurück. Das Fahrzeug wurde als erstes Auto für seinen Sohn Ben angeschafft und rund 45.000 Kilometer gefahren. Der Rückblick erfolgt weniger als klassischer Fahrtest, sondern eher als Erfahrungsbericht über Alltagstauglichkeit, Unterhaltskosten und den praktischen Einsatz eines Elektroautos im Familienalltag.
Positiv hervorgehoben wird zunächst das Gesamtkonzept der Renault Zoe als günstiges und unkompliziertes Elektroauto für Fahranfänger. Oliver Kröger beschreibt die Zoe mehrfach als „gutmütig“ und vergleicht sie mit einem klassischen Fahrschulauto, weil sie Fehler verzeiht und einfach zu bedienen sei. Besonders im Stadtverkehr sieht er große Stärken: Die kompakten Außenmaße erleichtern das Parken und Manövrieren, gleichzeitig bietet das Fahrzeug ausreichend Platz für mehrere Personen und Gepäck.
Sehr positiv bewertet wird außerdem der Innenraum der zweiten Zoe-Generation. Laut Kröger wirkt das Fahrzeug deutlich erwachsener als der Vorgänger. Die Sitze, die Sitzposition und die Ergonomie werden ausdrücklich gelobt. Besonders die gemütliche Atmosphäre mit den Stoffapplikationen im Innenraum hebt er hervor. Auch Ausstattungsdetails wie Sitzheizung, Lenkradheizung, kabelloses Laden des Smartphones und die Rückfahrkamera werden positiv erwähnt.
Beim Thema Zuverlässigkeit fällt das Urteil ebenfalls klar positiv aus. Während der drei Jahre gab es laut Bericht keinerlei technische Defekte. Die Inspektionskosten seien überschaubar geblieben. Auch das Laden im Alltag funktionierte problemlos. Die 22-kW-Wechselstromladung beschreibt Kröger als praktisch, weil entsprechende Ladesäulen oft frei seien.
Kritischer äußert er sich über die technische Basis der Zoe. Trotz Modellpflege sei das Fahrzeugkonzept weiterhin stark von 2013 geprägt. Besonders im Winter breche die Reichweite deutlich ein. Während im Sommer rund 350 Kilometer möglich seien, sinke die Reichweite im Winter teilweise auf 180 bis 200 Kilometer.
Auch auf der Autobahn sieht Kröger klare Einschränkungen. Zwar erreiche die Zoe 140 km/h, sinnvoll sei aber eher ein Tempo zwischen 90 und 110 km/h, da sonst die Reichweite sehr schnell sinke. Die fehlende CCS-Schnellladeoption im getesteten Fahrzeug wird zwar nicht als gravierender Mangel empfunden, für längere Reisen jedoch als sinnvoll beschrieben.
Insgesamt entsteht der Eindruck eines unkomplizierten, komfortablen und alltagstauglichen Elektroautos, das vor allem im urbanen Umfeld und als erstes Fahrzeug überzeugt, auf Langstrecken jedoch deutliche Grenzen zeigt.
Das komplette Transkript des Videos
Und damit hallo und herzlich willkommen bei 163 Grad. Ich bin Oliver, aber das wisst ihr ja, wenn ihr diesem Kanal folgt. Hier geht es seit 2014 um Elektroautos und Elektromobilität.
Natürlich fahren wir hier in der Firma und privat einige Autos, von denen die allermeisten, aber nicht alle, elektrisch angetrieben sind. Dazu gehört auch die Renault Zoe hier hinter mir, die wir drei Jahre gefahren haben. Die hat mein Sohn Ben gefahren.
Mein Sohn Ben kennt ihr aus dem letzten Video mit dem Volvo EX30. Da waren wir zusammen unterwegs zu IKEA und haben eine Tischplatte gekauft. Ihr kennt ihn auch vom ersten E-Cannonball-Video 2018. Da war er mein Beifahrer, und wir haben zusammen den E-Cannonball bestritten. Damals sind wir Dritter geworden im Tesla Model S. Ja, lange her.
Das hier ist sein erstes Auto. Ich erkläre gleich die Geschichte, wie wir dazu gekommen sind.
Kurz ein paar Zahlen, Daten und Fakten: Die Renault Zoe gibt es seit 2013. Ihr habt auf meinem Kanal auch schon einige Videos zur Renault Zoe gesehen. Es gibt mehrere Modelle: das Urmodell und dann die Modellpflege von 2019, also das neue Modell. Das ist diese Generation hier.
Was hier hinter mir steht, ist eine Zoe Experience R135 Z.E. Z.E. steht bei Renault für Zero Emission, also ein Elektrofahrzeug.
Das Auto hat 135 PS, also 100 kW Leistung. Es beschleunigt in 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und fährt 140 km/h Spitze. Es hat einen 52-kWh-Akku. Die Reichweitenangabe liegt bei 386 Kilometern WLTP. Ich sage euch gleich, was in der Praxis so an Reichweite möglich war.
Das Auto ist vier Meter lang, 1,78 Meter breit und 1,56 Meter hoch.
Kapitel 1: Warum die Zoe?
Jetzt geht es ein bisschen um unsere Geschichte: Wie sind wir für meinen Sohn Ben zu einer Renault Zoe gekommen?
Wir müssen die Uhr dafür drei Jahre zurückdrehen, denn 2021 haben wir dieses Fahrzeug geleast. Damals sah die Elektromobilitätswelt noch etwas anders aus als heute. Es gab nicht ganz die Auswahl an Autos.
Es stand die Entscheidung an, für meinen Sohn Ben ein erstes Auto anzuschaffen. Meine Idee war ein elektrisches Auto. Dann kann er bei uns zu Hause den Stecker reinstecken, wir können es an der Photovoltaikanlage laden, und das entlastet natürlich das Portemonnaie eines 18-Jährigen. Dann bleibt mehr Kapazität im Portemonnaie für Party, Disco oder was auch immer man in den Jahren vorhat. Das muss ja auch alles gelebt werden. Das Geld will man dann nicht an der Tankstelle lassen.
Insofern war meine Idee: Elektro. Meine Idee war auch, ein gebrauchtes Fahrzeug zu nehmen, denn die erste Beule tut immer weh. Wenn man ein Auto hat, in dem schon drei Kratzer sind, tut es vielleicht nicht ganz so weh.
Ich erinnere mich: Mein erstes Auto war ein VW Käfer Cabrio. Die erste Beule habe ich auf der Fahrt zur Zulassungsstelle hineingefahren, bevor überhaupt mein eigenes Nummernschild dran war.
Also war meine Intention: ein gebrauchtes Elektrofahrzeug. Wir haben ein bisschen gesucht. Mein Favorit wäre ein BMW i3 gewesen, aber der war viel zu teuer. Ich finde, der i3 ist auch heute noch preislich total abgehoben. Damals war er außerhalb jeder Diskussion.
Die Renault Zoe war das Auto, das für mich infrage kam: ein typisches Anfängerfahrzeug, vier Meter lang, ideal für die Stadt, fünf Sitzplätze und Kofferraum.
Damals wurden gebrauchte Zoe-Modelle der Vorgängergeneration für etwa 8.000 bis 10.000 Euro gehandelt. Es gab aber einen Haken: die Batteriemiete. Die Batterie war damals nicht im Kaufpreis enthalten. Man musste monatlich einen Betrag für die Miete zahlen. Das ging bei 75 Euro los. Es nützt ja nichts, wenn man ein günstiges Auto kauft und dann 75 Euro im Monat für die Batteriemiete zahlt.
Dann sind wir auf die Neuwagenaktion von Renault aufmerksam geworden. Es gab Kontingente für die Renault Zoe. 2020/2021 war die Renault Zoe eines der meistverkauften Elektroautos in Deutschland. Da konnte man ein ganzes Auto leasen, einen Neuwagen inklusive Batterie, für Preise um die 120 Euro im Monat.
Dann stellt sich natürlich die Frage: Kaufe ich ein altes Modell gebraucht und zahle noch Batteriemiete, oder zahle ich 120 Euro im Monat und habe gleich einen neuen Wagen im Leasing? So haben wir es dann gemacht.
Diese Leasingraten waren damals durch die BAFA-Prämie möglich, die man als Leasingsonderzahlung anzahlte. So fiel die Entscheidung, einen Neuwagen zu leasen.
Wir haben ihn Mitte April abgeholt. Das war das erste Auto meines Sohnes. Jetzt ist es drei Jahre alt und hat 45.000 Kilometer gelaufen.
Kapitel 3: Zustand nach drei Jahren
Auch wenn unsere Renault Zoe schon die zweite Generation ist, also die modellgepflegte Generation, kann sie nicht verbergen, dass sie im Kern ein Auto von 2013 ist. Das Konzept ist mittlerweile elf Jahre alt.
Darunter steckt die Bodengruppe eines Renault Clio. Das ist ein Verbrenner. Das kann die Zoe nicht verbergen. Es gibt einige Dinge, bei denen sie heute nicht mehr zeitgemäß ist. Das ist auch der Grund, weshalb sie ausläuft und durch den Renault R5 ersetzt wird.
Vorne unter der Haube gibt es keinen Frunk. Hier ist ganz konventionelle Technik verbaut. So sieht es darunter aus, auch nach drei Jahren und 45.000 Kilometern. Alles ist tipptopp in Ordnung.
Es gab mit der Technik keinerlei Probleme und keinerlei technische Beanstandungen. Der Wagen ist tipptopp gefahren.
Wir waren zweimal damit in der Inspektion. Da geht eine Lampe an, dass man zur Inspektion muss. Beide Male war es nur Innenraumluftfilter wechseln und ein bisschen drüberputzen. Einmal waren es 194 Euro, einmal 160 Euro. Das waren die entsprechenden Kosten. Technische Defekte gab es mit unserer Renault Zoe nicht.
Kapitel 4: Aufladen und Verbrauch
Die Ladebuchse sitzt hinter dem Renault-Emblem vorne. Das ist ein Nasenlader, was ich sehr angenehm fand. Man fährt einfach vorwärts an die Ladesäule heran, und vorne ist der Ladeanschluss.
Wenn man in einer Garage parkt, muss man zur Not rückwärts einparken, damit man von vorne an die Ladebuchse kommt. Auch wenn die Ladesäule am Straßenrand steht, kommt man gut heran. Das ist gut gemacht.
Die Renault Zoe lädt an der Wallbox mit Wechselstrom mit 22 kW. Das ist noch eine Besonderheit von früher. Die ganz frühen Zoe-Modelle konnten sogar mit 43 kW Wechselstrom laden. Diese Generation kann 22 kW.
Das haben wir auch ein paar Mal benötigt. Es gibt zusätzlich eine CCS-Option, mit der man Gleichstrom laden kann. Dieses Modell hat sie nicht. Das war damals wahrscheinlich einer der Gründe für das günstige Leasingangebot. Es war ein Sonderkontingent von Fahrzeugen, die diese Option nicht hatten.
Bei dem Fahrprofil meines Sohnes war diese CCS-Option nicht unbedingt notwendig. Wenn man unterwegs war — wir sind auch ein paar Mal längere Strecken damit gefahren — musste man eben mit 22 kW an der Wechselstromsäule laden. Das dauert ein bisschen, hat aber den Vorteil, dass diese Säulen meistens frei sind. Viele Leute haben heute CCS und streiten sich um die entsprechenden Säulen. Der Wechselstromanschluss daneben ist dann oft frei.
Die Zoe ist luftgekühlt. Das ganze Akkusystem ist also nicht flüssigkeitsgekühlt. Beim Laden geht manchmal ein Gebläse an, und das macht eine deutliche Geräuschkulisse. Das Ding faucht dann richtig. Das ist eben noch ein bisschen Oldschool-Technik.
Der Akku ist 52 kWh groß. An einer 22-kW-Box ist er in rund zwei Stunden vollgeladen, wobei man ja meistens nicht mit null Prozent ankommt. Mein Sohn hatte das nachher allerdings ziemlich gut raus. Er hat uns die Zoe teilweise mit null oder ein Prozent auf die Garagenauffahrt gestellt.
Das ist ein Auto, das man ziemlich gut leerfahren und gut einschätzen kann. Es zeigt die Reichweite relativ genau an.
Renault gibt fast 400 Kilometer Reichweite an. Im Sommer sind 350 Kilometer mit dem Auto durchaus kein Problem. Im Winter schlägt die Technik allerdings voll durch. Dann sind es, wenn man Glück hat, 200 Kilometer, manchmal auch nur 180 Kilometer.
Da merkt man, dass dieses Auto im Kern noch auf einem älteren Konzept basiert. Es gibt große Unterschiede zwischen Sommer- und Winterverbrauch.
Kapitel 5: Unfall und Leasingrückgabe
Das hier ist die Schokoladenseite, die ist nämlich gerade frisch lackiert. Dieses Auto hatte einen Unfall, unverschuldet. Es war am Straßenrand geparkt, und ein Lkw ist mit einem Anhänger einmal komplett am Auto hängen geblieben.
Die Fotos blende ich euch ein. Es sah ziemlich übel aus. Wir hatten auch ziemlichen Ärger mit der Versicherung des Unfallverursachers. Der Unfallverursacher hat sich tatsächlich gestellt und bei der Polizei gemeldet. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Aber die Versicherung hat dann drei Monate gebraucht, um das zu regulieren.
Wir sind drei Monate mit dieser zerkratzten Seite herumgefahren. Glücklicherweise gingen die Türen auf, und die Fenster waren alle in Ordnung.
Jetzt steht die Leasingrückgabe an. Wir sind schon einmal um das Auto herumgegangen. An den Vorderreifen sieht man, dass ein Elektroauto Drehmoment hat. Der Vorderreifen ist ziemlich abgefahren.
Den Reifen auf der rechten Seite haben wir einmal erneuert, weil ein Loch drin war. Hier ist noch der Originalreifen drauf, der nach drei Jahren ziemlich runter ist. Da wird vermutlich noch ein neuer Reifen fällig.
Kapitel 6: Innenraum
So, hinein in die gute Stube — und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes. Die zweite Generation der Renault Zoe ist gerade innen enorm aufgewertet worden. Das ist ein großer Unterschied zur ersten Generation.
Von innen sieht sie schon richtig erwachsen aus. Wenn man sie startet, hört man im Hintergrund ein leichtes Surren, weil alles luftgekühlt ist.
Was man an diesem Auto hervorheben muss, ist die Sitzposition. Das hat alles so etwas leicht Französisches, Gemütliches. Die Sitze sind sehr gut. Man sitzt wirklich gut darin. Auch Sitzposition, Ergonomie, Lenkrad, Pedalerie und Sitz passen sehr gut.
Meine Frau ist aufgrund eines Rückenproblems sehr empfindlich, was Sitze angeht. Sie kann nicht in jedem Auto sitzen, aber in der Zoe kann sie sitzen. Das ist für mich immer ein Maßstab. Insofern sitzt man hier wirklich gut.
Das Fahrzeug hat eine tolle Umgebung mit einem schönen Stoffmaterial, das sich über das Armaturenbrett und die Türtafeln zieht. Dort, wo man anfasst, hat man im Regelfall Stoff in der Hand. Der Rest ist Hartplastik, aber das ist okay.
Es gibt ein Lederlenkrad. In dieser Ausstattungsvariante hat das Auto vorne Sitzheizung und eine Lenkradheizung. Außerdem lässt es sich per Zeitschaltuhr klimatisieren. Man kann es nicht per App ein- und ausschalten, sondern stellt im Auto ein, dass morgens um 9 Uhr die Heizung angehen soll. Dann kann man im Winter in ein warmes Auto einsteigen. Man muss allerdings auch um 9 Uhr da sein und nicht erst um 10 Uhr.
Es gibt USB-Schnittstellen in der Mitte, ein Ladepad zum kontaktlosen Laden des Handys, Getränkehalter und einen Fahrstufenschalter, der schick gemacht ist und sich sehr wertig anfühlt.
Vorne sitzt man zu zweit sehr bequem. Es gibt Ablagen für Getränke und andere Dinge.
Hinten passen drei Personen hinein. Das schauen wir uns jetzt an.
Kapitel 7: Rücksitze und Kofferraum
Hinten ist der Vordersitz noch auf mich eingestellt. Es geht. Drei Personen passen hier hinein, man muss es sich nur ein bisschen einrichten. Die Kopfstützen muss man nach oben schieben, sonst hat man sie im Rücken.
Wir sind tatsächlich häufig zu fünft gefahren. Mein Sohn war mit dem Auto oft abends unterwegs und hat gerne Leute mitgenommen. Insofern waren sie hier häufig zu fünft unterwegs.
Man kann zu fünft sitzen. Es sind fünf Gurte vorhanden. Die beiden äußeren Sitze haben normale Gurte, für den mittleren Passagier kommt der Gurt aus dem Dachhimmel.
Hinten gibt es keine elektrischen Fensterheber, sondern Kurbeln. Das ist völlig in Ordnung. Es gibt Getränkehalter, viel Plastik, aber auch eine schöne Stoffrückseite. Man sitzt einigermaßen passabel und bekommt die Füße noch unter den Vordersitz. Hinten gibt es sogar zwei USB-Buchsen, um das Handy zu laden.
Es ist kein Langstreckenfahrzeug, aber für eine Tour zu fünft an die Ostsee oder Ähnliches ist es absolut kein Problem.
Auch beim Gepäck passt erstaunlich viel hinein. Offiziell sind es 338 Liter. Hier passen bequem Reisetaschen hinein. Das Ladekabel liegt ebenfalls im Kofferraum, eine eigene Halterung dafür gibt es nicht.
Es gibt keinen doppelten Boden. Alles ist nackt und pur. Man kann den Kofferraum bis oben hin vollstapeln. Wenn man zu zweit fährt, kann man die Rückbank im Zwei-Drittel-Ein-Drittel-Verhältnis umklappen. Dann passen über 1.000 Liter hinein. Da ist richtig Platz.
Ich würde Reisetaschen empfehlen, keine Hartschalenkoffer. Dann bekommt man hier jede Menge hinein.
Kapitel 8: Fahren
Der erste Fahreindruck: französisch gemütlich. Sehr weich. Kein Sportwagen. Man sitzt weich, das Auto federt weich, es ist angenehm französisch.
Wir fahren hier am Elbdeich entlang. Es gibt ein paar Kurven, die man schön fahren kann. Die Zoe ist ein absolut gutmütiges Auto. Eigentlich wie ein ideales Fahrschulauto. Früher hat man auf dem Golf gelernt, weil der alles verziehen hat. Genauso ist es hier auch.
Sie hat eine gute Straßenlage, ist sehr komfortabel, bietet eine gute Sitzposition und eine gute Übersicht. Nach vorne sieht man nicht ganz genau, wo das Auto zu Ende ist, aber diese Ausstattung hat eine Rückfahrkamera und Parksensoren.
Klimaanlage, Sitzheizung und Lenkradheizung sind an Bord. Das Auto ist für den Stadtverkehr und das Umfeld einer Stadt ausgelegt.
Bei Langstrecken muss man etwas aufpassen. Wir waren damit auch ein paar Mal in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs, etwa 220 Kilometer entfernt. Das schafft man auch bei schlechten Witterungsbedingungen. Dort haben wir dann geladen und sind später zurückgefahren.
Auf der Autobahn muss man aber aufpassen. Das Konzept stammt eben noch aus 2013. Dort ist man eher mit 90, 100 oder 110 km/h unterwegs. Schneller kann man fahren, das Auto schafft 140 km/h. Aber dann schmilzt die Reichweite wie Butter in der Sonne. Das macht keinen Sinn.
Ansonsten ist alles gutmütig. Wenn man bei 70 km/h aufs Pedal drückt, geht das ordentlich, aber es ist kein Rennwagen.
Es gibt einen Eco-Modus. Dann wird die Klimatisierung eingeschränkt, und die Geschwindigkeit wird in Richtung 90 oder 100 km/h begrenzt. Wenn man aufs Gaspedal drückt, ist alles sehr müde. Für gleichmäßiges Fahren ist das ideal. Ich habe den Modus eigentlich nie genutzt, mein Sohn auch eher selten.
Ohne Eco-Modus steht die volle Leistung zur Verfügung. Außerdem gibt es die Fahrstufen D und B. In D rollt das Auto beim Gaswegnehmen antriebslos, also es segelt. In B rekuperiert das Auto stärker. Dann hat man fast ein One-Pedal-Drive-Gefühl. Ganz zum Stillstand kommt der Wagen aber nicht.
In der Stadt braucht man im B-Modus eigentlich kaum die Bremse. Der Wagen hat vier Scheibenbremsen, und die Bremsleistung ist gut.
Beim Antrieb merkt man bei Vollgas, dass unten herum eine kleine Verzögerung eingebaut ist. Bis etwa 30 oder 35 km/h beschleunigt der Wagen nett, danach kommt die volle Leistung stärker. Es wirkt so, als hätten sie ihn unten herum etwas zurückgenommen, damit die Räder nicht durchdrehen.
Gerade für Fahranfänger ist das eigentlich genau richtig abgestimmt. Man kann damit keinen Unsinn machen. Das Auto fährt 140 km/h Spitze, aber es braucht eine Weile. Man ist trotzdem sicher unterwegs. Auf der Autobahn kann man Richtgeschwindigkeit fahren, wenn man das möchte. Ansonsten fährt man 100, 110 oder 120 km/h. In der Stadt kann man beim Ampelstart nicht übertreiben.
Insofern ist die Zoe für einen Fahranfänger ein ideales, gutmütiges Auto.
Kapitel 9: Fazit nach drei Jahren
Drei Jahre Renault Zoe, rund 45.000 Kilometer. Mein Sohn ist das Auto gefahren. Ich fahre es im Moment noch ein bisschen, weil der Nachfolger für Ben schon in den Startlöchern steht.
Ich mag den Wagen unheimlich gerne. Er fährt gut und ist für die Stadt ideal. Mit vier Metern Länge bekommt man überall einen Parkplatz. Man kann zu zweit, zu dritt, zu viert und zur Not auch zu fünft fahren.
Das Auto ist unheimlich gutmütig — fast wie ein Fahrschul-Golf. Da kommt eigentlich jeder sofort mit klar. Man kann einsteigen, ohne die Bedienungsanleitung zu lesen.
Unser Wagen hat keine CCS-Option. Bei unserem Fahrprofil haben wir sie nicht vermisst. Das Laden an der heimischen Wallbox dauert mit 22 kW rund zwei Stunden. Nach einer halben Stunde hat man schon wieder 30 bis 40 Prozent im Akku und kann wieder losfahren.
Wenn die Zoe ein vollwertiger Erstwagen sein soll und man damit auch in den Urlaub fahren möchte, braucht man die CCS-Option.
Was der Wagen ebenfalls gut gemacht hat: PV-Überschussladen an unserer Photovoltaikanlage. Das liegt vor allem daran, dass es in dem von uns genutzten Solar Manager eine spezielle Einstellung für die Renault Zoe gibt. Die Wallbox wird dann so angesteuert, dass die Zoe PV-Überschussladen versteht.
Man muss etwas darauf achten, denn die Zoe ist empfindlich bei Ladeinfrastruktur. Manchmal gibt es Fälle, in denen sie einfach nicht laden will. Wir hatten das aber nicht. Bei uns hat sie immer sehr gut funktioniert und zuverlässig geladen.
Insgesamt ist es ein tolles Auto und als Erstwagen ideal. Dazu kommen relativ geringe Unterhaltskosten. Das sorgt dafür, dass man als junger Mensch mit 18, 19 oder 20 Jahren in der Disco noch Geld für die Cola an der Bar übrig hat und es nicht an der Tankstelle lassen muss.
Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr auch eine Renault Zoe oder hattet ihr mal eine? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Ich bin Oliver von 163 Grad. Hinter der Kamera war Jonathan. Wir sehen uns im nächsten Video.